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Auch Linus Maisch kann sich besser konzentrieren, wenn seine Hände beschäftigt sind.

Linus Maisch: Also, ich bin nicht so aufgestanden oder so. Ich habe eher die ganze Zeit so gezappelt – irgendwie mit meinem Bein gegen den Tisch gehauen oder so auf dem Tisch rum getrommelt oder so, habe gekippelt oder so, das irgendwie die Lehrer in der 5./6. Klasse total aufgeregt hat. Und das war auch irgendwie der Grund, wieso ich immer alleine sitzen musste. Was mich auch tierisch aufgeregt hat, weil seit der 1. Klasse irgendwie bis zur 6. musste ich immer irgendwo alleine sitzen, was auch nicht so lustig ist. Und das nur aus einem Grund, weil man irgendwie sich die ganze Zeit bewegt. Das ist irgendwie auch ein bisschen blöd. Und aber so mit Aufstehen nicht. Halt irgendwie immer so Kleinigkeiten und ich hatte eigentlich mal mit meiner Mutter die Idee gehabt, dass wir irgendwie so eine Kette haben, womit ich dann irgendwie so unter dem Tisch spielen kann oder sowas. Halt irgendwas, womit ich meine Finger bewegen kann. Und das haben wir irgendwie trotzdem nicht gemacht, irgendwie waren wir dann irgendwie zu verplant, um das zu machen. Aber ich glaube das ist eine relativ gute Idee. Halt so, dass man das halt nicht so wirklich merkt oder man muss sich irgendwie so beschäftigen, dass es die anderen halt nicht so wirklich merken. Und also jetzt mache ich das immer noch so. Aber jetzt mache ich das irgendwie mit einem Stift: den die ganze Zeit um meinen Finger drehen oder sowas, so dass das halt nicht mehr so Lärm macht oder so.
Interviewer: Die anderen sollen das nicht merken, damit sie nicht genervt sind davon? Verstehe ich das richtig? 

Linus Maisch: Ja genau. Also die meisten so in der 5./6. Klasse hat das aus irgendeinem Grund irgendwie die anderen auch genervt halt. Aber dann jetzt 7., 8., 9., 10. Klasse, da ist es den anderen gar nicht mehr aufgefallen, weil wir halt auch viel mehr im Unterricht geredet haben und sowas. Da haben wir eh viel mehr gemacht, haben nicht so wirklich auf den Unterricht aufgepasst. Also vor allem, dass der Lehrer das so nicht wirklich merkt. Das er sozusagen darauf aufmerksam wird und dass der vor allem nicht die ganze Zeit auf einen guckt und die ganze Zeit auf einen achtet. Weil genau dann fängt es sozusagen – fängt das den Lehrer vor allem auf, und dann fängt es den Lehrer auch an zu nerven, wenn man die ganze Zeit irgendwas macht.  
Interviewer: Also, wenn du das so erzählst, ist es dir selbst dann aufgefallen, dass du irgendwas gemacht hast? So? Oder ist es dir erst aufgefallen, als dir jemand gesagt hat: „Ey, hör mal bitte auf" oder sowas?
Linus Maisch: Ja, das ist mir vor allem erst aufgefallen, als es irgendwer gesagt hat. Weil ich mache das irgendwie schon immer irgendwas in der Hand zu haben, irgendwas zu drehen oder so. Und das fällt mir überhaupt nicht mehr auf, wenn ich irgendwas mache. Keine Ahnung, das ist so normal schon.  

Interviewer: Und ist das dann Zuhause auch ähnlich oder wenn du irgendwie ...? 
Linus Maisch: Ja, Zuhause mache ich das auch. Dann habe ich auch irgendwie einen Stift in der Hand oder mein Handy oder irgendwas habe ich immer in der Hand Zuhause eigentlich und dann mache ich damit irgendwas. Es ist eigentlich selten, wenn ich irgendwie still sitze oder so. Also da muss ich mich auch öfters mal anstrengen still zu sitzen – außer, wenn ich jetzt irgendwie, keine Ahnung, eine Arbeit schreibe oder so. Aber selbst da mache ich auch irgendwas mit meinem Stift.  

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