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Die Tochter von Henning Speidel war in der Schule oft unterfordert und daher sehr gelangweilt.

Und wenn sie dieses Zeichen gibt, dann kriegt sie den Lernstoff von der nächsten Klasse. Hat jetzt allerdings auch schon dafür gesorgt, dass sie teilweise in der 1. Klasse schon mit den Blättern von der 4. Klasse da saß und gesagt hat: „Da muss man gut arbeiten!" Das Problem ist halt, dass sie nicht dauerhaft dieses Signal gibt, wenn sie überfordert ist. Dementsprechend eigentlich mit einem Unterforderungslevel in der Schule sitzt, der uns im Moment aber relativ egal ist. Sie hält mit und das problemfrei. Das ist für uns wichtig. Sie fühlt sich in der Klasse wohl und sie kann sich sozial interagieren und das auf einem Level, der für sie okay ist. Was die Leistungsfähigkeit angeht: klar ist da mehr Potenzial.Aber ich denke, dass es nicht sinnvoll ist das Maximale auszureizen, bevor sie emotional so weit ist, dass sie sagt: „Ich möchte!" Sie sagt ganz klar: „Es ist für mich langweilig!"
Es gibt Sachen, die sind nicht gut möglich. Schönschrift zum Beispiel. Das Problem ist bei mir zum Beispiel gewesen: „So hier schreibe mal wie im Buch!" „Ich kann nicht so schreiben wie im Buch, ich kopiere nicht, ich kopiere nie, ich kann nicht kopieren. Ich bin ich und nicht das Buch!" Das funktioniert bei ihr auch nicht. Sie kann auf ihre Weise schreiben, man kann es sehr gut lesen und ich bin sehr froh, dass der Lehrer darauf eingeht, aber es ist natürlich keine Abschrift dessen. Sie macht schon die Übungen, um zu sehen, dass die Muskulatur trainiert. Ist aber letzten Endes, wenn es um das Schreiben selber geht, ist es mir relativ egal wie das Schriftbild aussieht, weil ich weiß, wie es ist. Wenn in irgendeinem Moment irgendetwas ablenkt, dann ist der Buchstabe halt etwas anders geformt.
Wir sind an unser Kind rangetreten und haben gesagt: „Wenn du dich gelangweilt fühlst und uns das sagst, bringt dir das nichts! Guck, dass du mit dem Lehrer eine Lösung findest." Weil wir den Dialog fördern wollen. Wir wollten, dass sie versucht klarzumachen: „Wir sind in einer Lehr-Lernsituation. Das ist eine gute Sache. Ich bin aber ein bisschen unterfordert mit dem Stoff."
Sie hat eigentlich ein ADHS feindliches Klassenzimmer. Das heißt neben der Tafel und neben der Leinwand sind ganz viele bunte Punkte zum Ablenken. Es ist eine ganz toll dekorierte Grundschulklasse und das ist natürlich für so ein ADHS-Kind nicht immer einfach.

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